Wahlkampfveranstal-tung

Zu einer Wahlkampfabschlussveranstaltung im Rahmen eines Bürger-Informationsabends hatte der Stadtverband Bad Harzburg am gestrigen Mittwoch in die Wandelhalle eingeladen. Zunächst stellten sich die beiden Wahlkreiskandidaten Klaus-Dieter Schneider und Dirk Straten den etwa 40 Gästen vor. Die Hauptvorträge des Abends hielten Dana Guth, die niedersächsische Spitzenkandidatin der AfD für die Landtagswahl und Harm Rykena, der auf Platz 9 der Landesliste für den Landtag kandidiert.
In seinem Vortrag zur Bildungspolitik ging Harm Rykena, der als Lehrer bestens mit der Thematik vertraut ist, auf die aktuellen Schwächen des Schulwesens in Niedersachsen ein. Lehrermangel, Stundenausfall und eine in weiten Teilen ideologisch durchgepeitschte und gescheiterte Inklusion kennzeichnen das Bildungswesen in Niedersachsen. Das Niveau in den Schulen wurde über Jahre kontinuierlich abgesenkt, Schulabgänger sind teilweise nicht ausbildungsfähig. Mit Grundrechenarten oder dem kleinen 1×1 haben Schüler noch in der 5. Klasse Probleme. Klassenarbeiten, die vor 20 Jahren geschrieben wurden, könnten heute nicht mehr verwendet werden, weil die Schüler den Stoff nicht mehr beherrschen. Im Vergleich der Bundesländer belegt Niedersachsen eher einen der hinteren Plätze.
Deshalb ist es Zeit für Veränderungen – auch im Bildungssystem.


Hierzu hat die AfD sich in ihrem Wahlprogramm positioniert:

Bildung ist Zukunft – unser Bildungssystem wieder aufbauen.
Welche Ziele Schule haben soll

Die Alternative für Deutschland tritt für ein leistungsorientiertes,
differenziertes, fachlich ausgerichtetes,
entbürokratisiertes und durchlässiges Schulsystem ein.
Es folgt nicht pädagogischen oder didaktischen Modetrends,
sondern setzt auf die bewährten Fächer und
vermittelt feste Fachkenntnisse, wie sie auch im Berufsleben
unabdingbar sind.
Dieses Schulsystem, das die jungen Menschen in ihrer
Entwicklung zu selbstständigen Staatsbürgern und Berufstätigen
unterstützt, verzichtet darauf, wirklichkeitsfremde
Erwartungshaltungen zu erzeugen, und erkennt
an, dass Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft
individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt sind.

Wie Lernerfolge gelingen

Die einzelnen Schüler können ihre auf verschiedenen
Gebieten unterschiedlich ausgeprägten Befähigungen
nutzen, um bedeutsame und anspruchsvolle Lerngegenstände
zu durchdringen, diese zu verknüpfen und
anzuwenden. Dazu ist in der Regel Anstrengung unverzichtbar.
Das erfolgreiche Ergebnis stellt Leistung im
schulischen Sinn dar, der reine Versuch nicht.
Wie in allen Lebensbereichen kann Leistung aber auch
von Schülern und Lehrern nur dann erzielt werden, wenn
sie ihre Aufmerksamkeit nicht fortdauernd aufspalten
müssen. Dies setzt voraus, dass es für jede Klasse ein
gemeinsames Lernziel gibt, das von allen Beteiligten erreicht
werden muss. Die unbedingt notwendige Zeit für
Vertiefungen und Übungen wird nur dann zur Verfügung
stehen, wenn Schule sich auf ihren Kernbereich konzentriert:
den leistungsorientierten Fachunterricht.

Was Schule nicht leisten kann und soll

Um die Konzentration der Schule auf diese Kernaufgaben
gewährleisten zu können, muss zur Kenntnis genommen
werden, was Schule nicht oder kaum leisten kann. Sie
darf und kann insbesondere nicht der Ort sein, weltfremde
Blütenträume selbsternannter gesellschaftlicher „Eliten“
zu erproben. Neben der Radikal-Inklusion ist hier
u. a. die „individuelle Förderung eines jeden Schülers“
zu nennen. Utopien dieser Art sind im Unterricht nicht
durchführbar, verschleißen Finanzmittel und vor allem
das Lehrpersonal.
Auch kann Schule nur sehr begrenzt ein Reparaturbetrieb
für gesellschaftliche Probleme sein, an deren ehrliche
Analyse sich die etablierten Parteien nicht herantrauen.

Ganztagsschulen lösen nicht unsere Probleme

Der verpflichtenden Ganztagsschule wird zugeschrieben,
Kinder aus Unterschichtmilieus herausführen
zu können. Auch wenn diese Hoffnung sympathisch
klingt, muss man nüchtern feststellen, dass Schule in
der Wirklichkeit dafür nur bedingt geeignet ist. Die fehlenden
sozialen Verbindungen der Schüler zur Familie,
zu Vereinen und Freundschaftsgruppen können von der
Ganztagsschule nicht ersetzt werden. Außerschulische
Bildungs- und Betreuungsangebote können ihren begrenzten
Beitrag zur Milderung der Probleme besser
und gleichzeitig kostengünstiger leisten. Insbesondere
darf die Leistung der Vereine für die Entwicklung der
Heranwachsenden und den Zusammenhalt der Gesellschaft
nicht unterschätzt werden. Diese wertvolle
gesellschaftliche Arbeit wird durch die verpflichtende
Ganztagsschule massiv gefährdet.
Das einzige realistische, sinnvolle und finanzierbare Ziel
einer – allerdings freiwilligen – Ganztagsbeschulung
besteht darin, den Wunsch vieler berufstätiger Eltern
nach Betreuung und Verpflegung ihrer Kinder sicherzustellen.

Der Mensch beginnt nicht mit dem Abitur: berufliche
Bildung stärken

Zudem ist die Annahme irrig, dass eine allgemeine Vergabe
des Abiturs einen gesellschaftlichen Fortschritt
darstelle. Vielmehr zeigt sich, dass eine solide handwerkliche
oder auch kaufmännische Ausbildung von
Fall zu Fall die tragfähigere Basis für ein geordnetes Erwerbsleben
bieten kann als ein geistes- oder sozialwissenschaftliches
Studium. Dementsprechend setzen wir
uns für eine Stärkung des weltweit anerkannten deutschen
Systems der dualen Berufsausbildung ein.
Ein klares Profil für jede Schulform und jede Schullaufbahn.
Die weiterführenden Schulformen müssen eigenständige
Profile entwickeln, die der jeweiligen Zielgruppe
angemessen sind. „Eine Schule für alle“ hingegen verringert
die Bildungsunterschiede nicht, sie verstärkt sie
vielmehr noch, zumal die leistungsstärkeren Schüler an
Privatschulen wechseln werden, die ihren Wünschen
nach interessanten Lerninhalten und guten Berufschancen
gerechter werden. Als Folge wird der Aufstieg durch
Leistung zurückgedrängt zugunsten des „Aufstiegs
durch den Geldbeutel“.
Wir fordern die Wiedereinführung der Schullaufbahnempfehlung;
die konkrete Wahl der richtigen Schulform
muss dabei in der Verantwortung der Eltern bleiben.
Wer jedoch ohne eine entsprechende Empfehlung eine
Schulform besucht, muss sich in Klasse 5 einem Probejahr
stellen.

Leistung einfordern, Schwächen sichtbar machen

Bisher müssen schriftliche Arbeiten, in denen mehr als
30 % der Schüler mangelhafte oder ungenügende Leistungen
erreicht haben, wiederholt oder vom Schulleiter
genehmigt werden. Dies führt insbesondere in leistungsschwachen
Klassen dazu, dass das Anforderungsniveau
abgesenkt wird. Deshalb fordern wird, dass der entsprechende
Wert auf 50 % heraufgesetzt wird.
Wir fordern auf mittlere Sicht jährliche landesweite Vergleichsarbeiten
in den Hauptfächern, die von externen
Kräften durchgeführt und korrigiert werden und deren
Ergebnisse in die schriftliche Note der Schüler eingehen.
Basieren müssen die Arbeiten, die von der Grundschule
bis zum Abitur reichen, auf genauen Kriterien und Lehrplänen,
die sich an den deutschen Bildungstraditionen
orientieren. Einheimische Schüler dürfen infolge des
massiven Zuzugs von Kindern, die kein Deutsch sprechen,
nicht in ihrer schulischen Entwicklung beeinträchtigt
werden.

Die Unterrichtssprache ist Deutsch

Muslimische Migranten haben ungewöhnlich häufig
schulische Probleme, die oftmals auch durch die
schlechte Beherrschung der deutschen Sprache bedingt
sind. Anstatt diese Probleme zu analysieren und zu lösen,
wollen einige Altparteien Türkisch und Arabisch zu
regulären Schulfächern machen. Darüber hinaus wollen
sie sogar die Möglichkeit schaffen, dass Abiturienten
diese Sprachen als Prüfungsfach belegen können. Da
in Niedersachsen zudem der islamische Religionsunterricht
ausgebaut wird und viele weitere Fächer bilingual
unterrichtet werden dürfen, droht die vermehrte
Bildung von Klassen, in denen muslimische Schüler in
einer wachsenden Zahl von Fächern von muslimischen
Lehrern in fremder Sprache unterrichtet werden.
Wir halten diese Entwicklung für integrationsfeindlichund unverantwortlich. Deshalb lehnen wir sie strikt ab.
Nicht nur wird der Wert des Abiturs noch zweifelhafter
werden, vor allem droht die Herausbildung eines parallelen
Schulsystems.

Schulen entbürokratisieren, Lehrer unterrichten
lassen

Guter Unterricht wird von guten Lehrern gemacht, die
Zeit für gründliche Unterrichtsvorbereitung, aussagekräftige
Korrekturen und pädagogische Tätigkeiten
haben. Die seit Jahren erzwungene Produktion von Papieren
und Konzepten in Konferenzen, Arbeitsgruppen
und Komitees hat i. d. R. keinen praktischen Nutzen. Genauso
überflüssig wie die „individuellen Lernentwicklungsberichte“
ist die an jeder Schule durchzuführende
Konkretisierung der „Kerncurricula“ zu schuleigenen
Lehrplänen.
Wir fordern ferner, dass die allgemeinen schulfachlichen
Verwaltungsstellen im Kultusministerium und Schulbehörden
im Regelfall mit Lehrern besetzt werden. Nur
Lehrer mit Praxiserfahrung können die Auswirkungen
von Entscheidungen in vollem Umfang einschätzen. Damit
verbunden fordern wir jedoch auch eine Wiedereinsetzung
dieser Stelleninhaber im Schulunterricht nach
einem Rotationsprinzip, damit das Problembewusstsein
für die Alltagsrealität der Schule erhalten bleibt.
Nicht in die ureigenen Rechte der Familien eingreifen
Vor der Einflussnahme schulfremder Interessengruppen
auf den Unterricht – womöglich sogar unter Ausschluss
des Lehrers – müssen unsere Kinder wieder sicher geschützt
werden. Insbesondere müssen die jüngsten Änderungen
in den Lehrplänen zu Themen wie „Sexuelle
Vielfalt und „Gender-Mainstreaming“ unverzüglich aufgehoben
werden.

Höflichkeit, Fleiß und Disziplin einfordern

Wir erwarten von allen Schülern die Akzeptanz unserer
freiheitlich-aufgeklärten Werteordnung und der Grundregeln
eines höflichen mitmenschlichen Umgangs. Um
der Einhaltung schulischer Regeln Nachdruck zu verleihen,
benötigen Lehrkräfte und Schulen erweiterte Disziplinierungsmöglichkeiten.
Die Schulen müssen zudem
mithilfe von Jugendamt und Polizei schneller und unbürokratischer
gegen Schulschwänzer vorgehen können.

An den Grundschulen wieder richtig Lesen und
Schreiben lernen

Wir fordern einen methodisch einheitlichen Anfangsunterricht
im Lesen, Schreiben und Rechnen auf der
Grundlage wissenschaftlich belegbarer fachdidaktischer
Erkenntnisse. Das Erlernen einer Schreibschrift muss wieder
verbindlich sein. Verheerende Methoden wie „Lesen
durch Schreiben“ müssen unverzüglich eingestellt
werden. Der Anfangsunterricht im Lesen und Schreiben
muss zudem mehr Gewicht erhalten. Wieder eingeführt
werden muss eine eigenständige und gewichtige Rechtschreibzensur,
die v. a. auf Diktaten als eigenständiger
Form der Klassenarbeit basiert. Die für die Einübung der
Fähigkeiten notwendige Zeit kann u. a. durch Streichungen
an anderer Stelle erwirtschaftet werden.
Grundschul-Englisch streichen, Leistung einüben,
Dorfschulen bewahren.
Wir fordern die Einstellung des Englischunterrichts in
den Jahrgängen 3 und 4, da er sich nachweislich nicht
bewährt hat.
Wir fordern eine frühere Gewöhnung an leistungsorientierten
Unterricht und die Beibehaltung der sechsstufigen
Notenskala ab der dritten Klassenstufe. Kleine
Grundschulen müssen erhalten bleiben. Dies gilt insbesondere
für den ländlichen Raum. Die Besoldung von
Grundschulleitungsstellen muss spürbar verbessert werden.
Zudem muss eine verstärkte Entlastung von Verwaltungsaufgaben
erfolgen.

Integrierte Gesamtschulen kritisch betrachten

Grundlegende Veränderungen in der Schullandschaft
bringen erfahrungsgemäß erhebliche Nachteile mit sich.
Erstens erzeugen sie eine deutliche Verunsicherung in
Eltern- und Lehrerschaft und zweitens ziehen sie oft
hohe bauliche Folgekosten für die Kommunen nach sich,
da die Schülerströme an andere Standorte umgelenkt
werden. Deshalb muss sich eine Veränderung durch
eine deutliche Leistungssteigerung rechtfertigen lassen.
Dieser Nachweis ist der IGS bislang nicht ansatzweise
gelungen. Die Neugründung von Integrierten Gesamtschulen

 lehnen wir deshalb ab. Dies gilt auch für die Einrichtung

von IGS-Oberstufen.
Die vorhandenen Integrierten Gesamtschulen müssen
deutlich leistungsorientierter werden. Die Leistungsund
Bewertungskriterien müssen jenen des gegliederten
Schulsystems entsprechen. Integrierte Gesamtschulen
müssen zudem mit denselben Finanzmitteln
auskommen wie andere Schulformen.
Förderschulen wiederherstellen, Inklusion begrenzen
Wir fordern die Rückabwicklung der radikalen Inklusion
auf den Stand des Schulgesetzes vor 2012. Dies
beinhaltet die sofortige Wiedereröffnung der bereits geschlossenen
Förderschulen des Bereichs Lernen sowie
die uneingeschränkte Weiterführung der bewährten
Einrichtungen.
Wir unterstützen die vor 2012 bereits bewährten Formen
der Inklusion. Diese Inklusion mit Augenmaß erlaubt
die Aufnahme in eine Regelschule bei entsprechendem
Elternwunsch ausschließlich dann, wenn die
Leistungsvoraussetzungen für die entsprechende Schulform
gegeben sind. Es müssen die verbindlichen Regeln
zur Leistungsbeurteilung und Versetzung gelten, jedoch
ist bei Bedarf Unterstützung durch Förderschullehrer
und pädagogische Mitarbeiter zu gewährleisten.

Haupt- und Realschulen stärken

Wir fordern die Abschaffung der Oberschulen zugunsten
von Haupt- und Realschulen, wo die Schülerzahlen dies
ermöglichen. Wir fordern eine Stärkung der Haupt- und
Realschulen durch gesteigerte Leistungsanforderungen
sowie durch die Beibehaltung der bewährten Fachleistungskurse.
Besonders wichtig ist ein eigenständiges Profil der
Hauptschule: Sie soll auf praktische Berufe vor allem
im handwerklich-technischen Bereich vorbereiten. Dies
muss sich eindeutig in den Unterrichtsinhalten widerspiegeln.
Im Bereich der Mathematik etwa muss wieder
das klassische Rechnen mit möglichst hohem Anwendungsbezug
vermittelt werden.

Gymnasien klar auf Leistung ausrichten

Wir fordern die absolute Priorität des Fachunterrichts
im Schulalltag. Projekte etc. sind als Ausnahmen zu betrachten
und haben sich besonders zu rechtfertigen.
Wir fordern die entschiedene Wiederausrichtung des
Gymnasiums auf die allgemeine Studierfähigkeit. Die
Vorbereitung auf die duale Berufsausbildung ist hingegen
Kernaufgabe der Haupt- und Realschulen.
Wir fordern, dass Rechtschreib-, Zeichensetzungs- und
Grammatikfehler auch im Sekundarbereich I in die Beurteilung
aller schriftlichen Arbeiten einfließen müssen.
Auch im Fach Deutsch selbst muss dieser Bereich einen
höheren Stellenwert erhalten.
Wir fordern eine Erhöhung des Unterrichtsanteils der
MINT-Fächer.

Lehrer gezielt auswählen, schulformgerecht und
vertieft ausbilden

Wir fordern die stärkere Trennung der Lehrerausbildung
für die verschiedenen Schulformen. Die zentralen Fächer
Deutsch und Mathematik müssen im Grundschulstudium
belegt werden, einschließlich verpflichtender
Prüfungen. Der Vorbereitungsdienst für das Lehramt
muss eine angemessene Dauer haben, damit Tiefe wie
Breite der Ausbildung gewährleistet werden können.

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